Feuerwehr übt unter realistischen Bedingungen
Personenrettung an neuem Pkw geprobt
Ein schwerer Verkehrsunfall hat sich ereignet, Personen sind schwer verletzt in dem Fahrzeug eingeklemmt und müssen durch die Feuerwehr befreit werden – ein Szenario, auf das sich die Mitglieder der Feuerwehren immer wieder intensiv vorbereiten um im Notfall den Personen optimal helfen zu können. Die modernen Schutzeinrichtungen an einem Pkw, wie beispielsweise Airbags und Seitenaufprallschutz, die vielfach die Unfallfolgen für die Insassen abmildern und schwere Verletzungen vermeiden, machen dabei häufig den Feuerwehren die Arbeit noch schwerer. Denn nicht ausgelöste Airbags oder in die Fahrzeuge eingebrachte Verstärkungen aus hochfesten Materialien führen bei der Rettung eingeklemmter Personen zu zusätzlichen Risiken und Hindernissen für Retter und Betroffene. In einem besonderen Unterricht wurden deshalb am vergangenen Montag die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Hochheim und Massenheim für einen solchen Fall geschult.
Hans-Dieter Zentgraf, ehemals Mitarbeiter der Opel AG in Rüsselsheim und dort im Bereich der Fahrzeugtests tätig, war nach Hochheim gekommen, um über die modernen Sicherheitseinrichtungen und die damit verbundenen notwendigen Maßnahmen bei Personenrettungen zu referieren. Auch ein Übungsobjekt hatte er mitgebracht, an dem die einzelnen Schritte demonstriert und trainiert werden konnten. Können sonst die Feuerwehren in der Regel nur an Altfahrzeugen vom Schrottplatz üben, die nicht dem aktuellen technischen Stand entsprechen, hatte Zentgraf einen Opel Corsa der aus der aktuellen Baureihe mitgebracht, der bei der Opel AG als Testwagen eingesetzt wurde und von Opel für den Unterricht bei der Feuerwehr zur Verfügung gestellt worden war. Das Fahrzeug, optisch ein Neuwagen, war auf dem aktuellen Stand der Technik und mit den entsprechenden Sicherheitseinrichtungen ausgestattet.
Nach einer anfänglichen Einleitung, bei der Zentgraf über die verschiedenen Bauarten der Airbags sprach und auch zwei Fahrer-Airbags zur Demonstration auslöste, ging es an die Vorgehensweise beim Öffnen eines verunfallten Pkw und dem Schaffen von Zugangsmöglichkeiten zu einem möglichen Patienten. Die gezeigten Arbeitsschritte reichten dabei vom aufbrechen der Motorhaube, über dass Heraustrennen der Türen und Scheiben bis zum abtrennen des Daches und dem Durchtrennen der A-Säule des Fahrzeuges, um mit den Füssen eingeklemmte Personen zu befreien. Immer im Mittelpunkt standen dabei die patientengerechte Vorgehensweise sowie die Berücksichtigung von Problemen, die durch die technischen Sicherheitseinrichtungen entstehen können. Schritt für Schritt wurde die Vorgehensweise erläutert und konnte von den Einsatzkräften der Wehr an dem zu Verfügung gestelltem Fahrzeug geübt werden.
Mit zufriedenen Gesichtern bei den Feuerwehrmitgliedern und einem völlig zerstörten Opel Corsa endete der Unterricht. Der Hochheimer Stadtbrandinspektor Frank Schuhmacher dankte bei seinem Schlussworten Hans-Dieter Zentgraf noch einmal ausdrücklich dafür, dass er diesen informativen Unterricht abgehalten hatte und konnte bestätigen, dass viele wichtige Details angesprochen wurden.